Babyphone: In nur 6 Schritten zur richtigen Ausstattung

Ein Babyphone gehört mittlerweile zur Standardausstattung aller jungen Eltern. Und das aus gutem Grund. Denn im Gegensatz zu vielen anderen angeblichen „Must Haves“ für den Nachwuchs, ist diese technische Errungenschaft ein wirklicher Segen.

Natürlich ist es nur ein Hilfsmittel und ersetzt nicht eure Aufsichtspflicht. Das sei an dieser Stelle noch einmal betont, ist aber auch logisch. Trotzdem kann es euch sehr gut im Alltag unterstützen.

Ihr müsst nicht alle paar Minuten zum Babybettchen laufen, um zu prüfen, ob alles in Ordnung ist. Durch moderne Technik setzt ihr euch entspannt ins Wohnzimmer und hört auch bei geschlossener Tür jeden Pieps eures Sonnenscheins.

Welche Funktionen muss ein Babyphone haben?

Viele Babyphones bieten allerdings noch einige andere Funktionen, wie z.B. ein Nachtlicht oder eine eingebaute Kamera. Doch welche Ausstattung benötigen Eltern wirklich? Welche Modelle, welche Hersteller gibt es?

Du hast keine Zeit für lange Erklärungen? Dann geht es hier direkt zu den Babyphone-Bestsellern.

In 6 Schritten zum richtigen Babyphone

1. Babyphone – Analoge oder digitale Funktechnik?

Analoges Babyphone

Ein analoges Babyphone produziert mit seiner einfachen Funktechnik weniger Elektrosmog. Das ist für einige Eltern ein entscheidender Vorteil. Allerdings ist die analoge Technik auch meistens störungsanfälliger und sendet zudem oft unverschlüsselt.

Diese Geräte verfügen in der Regel nur zwischen einem und acht Kanälen. Wenn andere Funkquellen in der Nähe sind (z.B. ein Babyphone in der Nachbarwohnung) kann es vorkommen, dass der Empfang gestört wird. Im schlechtesten Fall hören fremde Personen mit. Das will ja nun wirklich niemand.

Es gibt aber auch analoge Modelle, die abhörsicher sein sollen. Die Anfälligkeit für Störungen und eine oft schlechtere Übertragungsqualität bleiben allerdings ein Thema.

Digitales Babyphone

Diese Modelle verwenden die DECT-  oder FHSS-Funktechnik. DECT steht dabei für Digital Enhanced Cordless Telecommunications, also übersetzt etwa „verbesserte digitale schnurlose Telekommunikation“. FHSS bedeutet Frequency Hopping Spread Spectrum, auf deutsch: Frequenzsprungverfahren.

Beide Systeme sorgen für eine stabile Funkverbindung und somit für eine bessere Empfangsqualität. Ihr könnt die Geräusche eures Nachwuchs also deutlicher und klarer verstehen.

Zudem verfügen digitale Babyphones über viel mehr Kanäle, die automatisch ausgewählt werden. Bei analogen Geräten muss dies oft per Hand geschehen.

Wie schon erwähnt, produzieren digitale Modelle mehr Elektrosmog. Allerdings haben viele der angebotenen Babyphones einen ECO-Modus. Sobald sie keine Geräusche mehr aus dem überwachten Bereich registrieren, schalten sie sich in diesen Sparmodus. So sparen sie nicht nur Strom, sondern auch der Elektrosmog nimmt in diesem Modus ab.

Zusätzlich sinkt die Belastung mit steigender Entfernung zum Kind. Daher wird allgemein ein Mindestabstand von einem Meter zum Babybett empfohlen.

Im ersten Schritt müsst ihr euch also zwischen einem analogen und digitalen Babyphone entscheiden.

2. Reichweite – Wie viel muss ein Babyphone haben?

Habt ihr das geklärt, solltet ihr euch über die Reichweite Gedanken machen. Wie weit ist das Babybett von anderen Räumen (z.B. Wohnzimmer, Küche, Büro) entfernt? Habt ihr vielleicht eine Terrasse oder wollt während des Mittagsschläfchen eures Sonnenschein in den Hobbykeller? Wohnt ihr in einem Haus oder einer Wohnung? Sitzt ihr öfters mit euren Nachbarn nebenan zusammen?

Ihr geht am besten mal die Entfernung zwischen den Zimmern und möglichen Einsatzorten ab. Dann könnt ihr euren ungefähren Bedarf besser einschätzen. Für die meisten normalen Wohnungen reichen wahrscheinlich 50 Meter. Wenn ihr euch unsicher seid, greift ihr einfach zu einem Babyphone mit größerer Reichweite.

Einige Hersteller unterscheiden eine Innen- und Außenreichweite. Hier liest man dann Angaben, wie z.B. 50 Meter für innen und 200 Meter im Außenbereich. Bei anderen Modellen findet man hingegen nur einen einzelnen Wert.

3. Stromversorgung – Batterie, Akku oder Stromkabel?

Eltern- und Babyeinheit eines Babyphones benötigen natürlich jeweils eine Energiequelle. Schaut euch dazu wieder die Gegebenheiten vor Ort an. Ist eine Steckdose in der Nähe des Bettchens oder setzt ihr lieber auf einen Akku?

Genauso verhält es sich mit der Elterneinheit. Diese verfügt oft über ein Stromkabel und Batterien bzw. Akku. So könnt ihr es auch mal schnell mitnehmen, wenn ihr den Raum wechselt, ohne dass ihr das Kabel mitschleppen müsst.

Natürlich hat jede Variante seine Vor- und Nachteile. Verbaute Akkus müssen regelmäßig aufgeladen und Batterien gewechselt werden. Letztere solltet ihr übrigens aus ökologischen und finanziellen Gesichtspunkten auch durch Akkus ersetzen.

4. Gegensprechfunktion – Bei älteren Kindern praktisch

Kommen wir nun zur Zusatzausstattung. Darunter fällt auch die Gegensprechfunktion eines Babyphones. Dank dieser könnt ihr mit euren Kindern kommunizieren. Ihr hört also nicht nur euren Nachwuchs, ihr könnt ihm auch etwas sagen.

Diese praktische Funktion eignet sich vor allem dazu, beruhigend auf ihn einzuwirken. „Keine Angst, Papa ist auf dem Weg.“ Für ältere Kinder macht es aber auch Sinn, um das ein oder andere mahnende Wort an sie zu richten.

Das bietet sich besonders in Verbindung mit einer zusätzlichen Kamera an. Wenn der Kleine zum Beispiel lieber im Bett turnen will, anstatt zu schlafen. Kurz auf den Knopf an der Elterneinheit gedrückt und schon gibt es eine kurze, aber bestimmte Ansage.

Eine Gegensprechfunktion ermöglicht Eltern umgehend zu reagieren, noch bevor sie im Kinderzimmer ankommen. Unter Umständen erspart sie auch den ein oder anderen Weg dorthin, weil der Nachwuchs schon auf die vertrauten Worte aus dem Babyphone reagiert.

5. Babyphone mit Kamera – Nützlich, aber kein Muss

Mit einer Kamera im Babyphone habt ihr das Bettchen und die Kleinen immer im Blick. Viele Eltern entscheiden sich mittlerweile für diese Modelle, da sie noch mehr Sicherheit vermitteln. Das Töchterchen nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen, ist in der Tat ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Man erspart sich auch außerdem ein zusätzliches „mal eben Nachschauen“ und somit auch mögliche Störgeräusche (z.B. das Quietschen von Türen) für den Schlaf des Kindes.

Die Displays der Elterneinheit fangen bei einer Größe von ca. 2 Zoll (ca. 5 cm) an und sollten auf jeden Fall über eine gute Nachtsichtfunktion verfügen. Ohne Letztere macht die Anschaffung eines Babyphones mit Kamera keinen Sinn.

Einige Hersteller bieten auch nur einzelne Überwachungskameras als Babyphone an. Diese senden die Bilder dann direkt auf das Smartphone und man spart sich die Elterneinheit.

Bedenkt bei Modellen mit WLAN allerdings, dass durch die Verbindung nicht nur die Strahlenbelastung für das Kind steigt, sondern die Geräte können auch gehackt werden. Was übrigens auch schon öfters vorgekommen ist.

6. Sonderausstattung – Temperaturüberwachung, Nachtlicht, Schlaflieder und Co.

Neben Gegensprechfunktion und Kamera bieten viele Hersteller eine Reihe von Sonderausstattungen, von denen einige durchaus Sinn machen. Auf andere hingegen könnt ihr auch gut verzichten.

Praktisch ist ein Babyphone mit Nachtlicht, Schlafliedern oder auch Sternenhimmel (Projektion). Alles beruhigt die Kinder und hilft ihnen somit beim Einschlafen. Eine Temperaturüberwachung des Kinderzimmers ist allerdings nur Spielerei, jedenfalls bei unseren Klimabedingungen. Ein radikaler Anstieg oder Abfall der Temperatur innerhalb des Hauses von der einen auf die andere Minute oder auch Stunde ist doch sehr unwahrscheinlich.

Genauso sieht es bei Modellen mit Bewegungsmeldern aus. Diese müssen im Babybett oder unter der Matratze platziert werden und sollen alle Bewegungen, v.a. Atembewegungen, der Kleinen registrieren. Für gefährdete Kinder mit Atemaussetzern kann das eventuell Sinn machen.

Allerdings ist es schon fraglich, wie genau und zuverlässig diese Modelle reagieren. Kritiker raten von dieser Art der Überwachung ab, da Eltern lieber auf die natürlichen Zeichen des Kindes achten sollen. Sie meinen, man solle sich nicht nur auf ein Babyphone verlassen.

Fazit – Babyphone ja, aber ohne viel Schnickschnack

Weniger ist ja bekanntlich oft mehr. Das gilt auch für das Babyphone. Modelle mit den Grundfunktionen reichen in den meisten Fällen aus. Oft bieten diese dann noch ein Nachtlicht oder sogar ein paar Einschlaflieder.

Wenn ihr mehr möchtet, z.B. eine Kamera, achtet darauf, dass diese nicht im Dauerbetrieb läuft. Je mehr Funktionen ein Babyphone hat, desto mehr Elektrosmog könnte auf den Nachwuchs wirken. Beachtet in jedem Fall die Abstandsempfehlungen (min. 1 Meter) des Herstellers.

Meine Frau und ich haben uns übrigens für das Babyphone Philips Avent SCD 503 entschieden. Den Erfahrungsbericht gibt es hier.

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