Geldanlage für Kinder – Darauf solltest du achten

Wie lege ich das Geld für mein Kind am besten an?

Diese und weitere ähnliche Fragen stellen sich immer mehr Eltern. Das Leben wird immer teurer und jedes Kind hat immer größere Wünsche, die natürlich Geld kosten.

Deinem Kind soll eine finanziell abgesicherte Zukunft bevorstehen? Dann ist eine Geldanlage für Kinder unumgänglich und das am besten so früh wie möglich.

Hier ein paar wertvolle Tipps, um das Geld sinnvoll anzulegen. Bitte beachte, dass dieser Artikel lediglich eine ratgebende Funktion hat und keinen Bankberatermin ersetzen kann.

Worauf solltest du bei der Geldanlage für Kinder achten?

Jedes Jahr gibt es Geldgeschenke von Verwandten zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Früher wurden diese einfach in das Sparschwein gesteckt, was heutzutage in Anbetracht der niedrigen Zinsen weniger Sinn macht. Einmal im Jahr zahlten die Eltern dann das angesparte Geld auf ein Sparbuch.

Der Zinssatz eines normales Sparkontos liegt aktuell in Deutschland bei um die 0 %! Und hier ist von der Inflation (die derzeit um die 3 % beträgt) noch nicht mal die Rede. Wichtig ist also, dass das Produkt flexibel ist und du jederzeit Einzahlungen und auch Auszahlungen machen kannst und trotzdem Gewinne erzielst.

Achte auf eine gute Balance aus Risiko und Sicherheit. Wer nur in Wertpapiere investiert, trägt leider das Risiko der Wertminderung. Überleg dir wie viel du sparen willt und wie du es aufteilst. Ein Mix aus den unten beschriebenen Geldanlagen ist eine super Möglichkeit zur Kindervorsorge. Du hast die Chance auf gute Gewinne. Im Gegenzug sicherst du aber auch eine gewisse Summe ab und verteilst somit das Geld bestmöglich.

Die Kosten solltest du dir genau zeigen lassen. Lohnt sich die Anlage wirklich oder sind viele versteckte Kosten dabei? Die Anbieter sind verpflichtet dich darüber zu informieren. Achtet auch auf laufende Kosten, die bei immer mehr Finanzprodukten anfallen.

Sei dir vor Abschluss im Klaren, dass es sich um eine langfristige Investition handeln sollte. Ständiges Aussetzen von Raten erschwert einen guten Vermögensaufbau extrem. Es kommt ja nur eurem Liebling zugute.

Geldanlage für Kinder: Welche Arten gibt es?

Da deine Frau und du als Eltern gesetzliche Vertreter seid, müsst auch ihr die geeignete Anlageform für euer Kind auswählen. Es ist verständlich, dass das nicht immer einfach ist! Soll die Anlage sicher sein oder soll sich der Betrag bis zum 18. Geburtstag deutlich vermehrt haben? Egal für welche Anlageform ihr euch konkret entscheidet: Es ist absolut wichtig, Geld für Kinder anzulegen.

Aus den Kleinsten werden auch irgendwann Jugendliche, die einen Traum vom Auto haben. Davor „muss“ natürlich auch noch der Führerschein bezahlt werden. Diese und viele weitere Wünsche kosten Geld. Wie viel ihr zu Seite legen wollt, bleibt euch überlassen.

Empfohlen wird oft mindestens das Kindergeld monatlich anzulegen. Allerdings muss man sich das auch erst einmal leisten können. Daher ist jeder Betrag, den ihr monatlich für die Kleinen anlegt wichtig. Mit einem Einmalbeitrag ohne monatliche Ansparung baut ihr allerdings kein Vermögen auf.

Um einen ersten Überblick zu bekommen, stellt Dadquarter verschiedene Geldanlagen für Kinder vor.

1. Bausparvertrag

Du denkst jetzt, wieso Bausparvertrag? Weil es neben dem Sparbuch nur noch sehr wenig sichere Anlagen gibt und ein Bausparvertrag eine super Ergänzung ist. Auch wenn du natürlich noch nicht weißt, ob euer Nachwuchs überhaupt mal bauen will, ist heute die beste Zeit dafür vorzusorgen.

Die Zinsen im Kreditbereich sind so niedrig, dass sie irgendwann auch mal wieder steigen müssen. Ist das der Fall und ihr habt für euer Kind einen Bausparer abgeschlossen und es baut wirklich mal, dann kann er für günstig Geld einen Kredit daraus beziehen.

Wenn es das nicht will, dann war es einfach eine sichere Anlage zum Sparen mit um die 0,50 % jährliche Rendite. Viele Anbieter werben mit einer geringeren Abschlussgebühr bei jungen Bausparkunden.

Weitere Produktmerkmale:

  • Einzahlungen einmalig möglich
  • monatliche Rate jederzeit änderbar/aussetzbar
  • Auszahlung/Änderung des Tarifs möglich
  • kein terminierter Ablauf

2. Besondere Kindergiromodelle mit Sparcharakter

Einige Banken bieten Girokonten auch schon für Neugeborene an, welches der Nachwuchs ab einem bestimmten Alter dann als Gehaltskonto nutzen kann. In den ersten Lebensjahren dient dieses nur zum Sparen, vergleichbar mit einem konventionellen Sparbuch. Die Zinsen pro Jahr liegen hierbei aber ungefähr ebenfalls bei um die 0,50 %.

Wieso der Unterschied so groß zwischen einem Sparbuch und diesem Konto ist? Ganz einfach. Die Banken wollen Kinder schon früh an sich binden. Bei Abschluss des kostenlosen Kontos bekommst du häufig noch Gutscheine oder Geschenke.

Das solltet ihr als junge Eltern ruhig mitnehmen, da ja keine Gebühren anfallen. Außerdem könnt ihr eurem Nachwuchs so früh den Umgang mit einem Konto beibringen.

Weitere Produktmerkmale:

  • ganz flexible Anlage in Form eines Kontos
  • eine Karte ist bestellbar für die Kontoauszüge oder Abhebungen
  • Einzahlungen jederzeit möglich
  • die Rate ist hierbei ein Dauerauftrag von eurem Konto
  • jederzeit sofort auflösbar ohne jegliche Kosten und Gebühren

3. Fondssparplan

Fonds sind Wertpapiere. Wertpapiere unterliegen Wertschwankungen und werden am Kapitalmarkt gehandelt und vielen ist eine Aktie ein Begriff. Keine Angst, hierbei handelt es sich nicht direkt um Aktien in reiner Form. Wer sich an großen Unternehmen und deren Erfolg beteiligen will, kann dies durch den Kauf von Aktien tun.

Da hier das Risiko recht hoch ist und es auch mal negative Zeiten gibt, kannst du dich nur mit einem kleinen Teil daran beteiligen. Eben in Art eines Fonds. Ein Fonds beinhaltet verschiedene Aktienwerte, manchmal noch inklusiver verschiedener Rentenpapiere (sichere Anlagen) und anderer Investmentanlagen.

Fonds, die nur unterschiedliche Aktien enthalten, heißen Aktienfonds und sind besonders rentabel. Dadurch ist das Risiko trotzdem gestreut und euer Nachwuchs kann von Gewinnen von um die 4-6 % pro Jahr profitieren. Und bei der langen Laufzeit ist da noch mehr drinnen!

Weitere Produktmerkmale:

  • Fonds unterliegen Wertschwankungen
  • super Chancen auf gute Entwicklung
  • i.d.R. jederzeit verkaufbar
  • Änderung und Stornierung der Rate
  • Einmalzahlungen möglich
  • kein Laufzeitende

4. Fondsgebundene Lebensversicherung

Das ist im Prinzip ähnlich wie der Fondssparplan, aber eben oft mit einer Garantie im Hintergrund. Die Lebensversicherungstarife sind oft so gestaltet, dass beispielweise 25 % oder 50 % (je nach Tarif und Anbieter) zum Ende der Laufzeit (hier ist das 18. Lebensjahr sinnvoll) garantiert ist und der Rest in Fonds und Wertpapier angelegt wird.

Dadurch findet ihr ein Mittelding und könnt mit einer jährlichen Rendite von ungefähr 2-3 % rechnen. Worin genau investiert wird, kann meistens frei gewählt werden oder auch der Versicherung ganz überlassen werden.

Weitere Produktmerkmale:

  • Einmaleinzahlungen und Teilentnahmen möglich
  • gute Rendite bei mittlerem Risiko
  • garantierte Leistungen zum Ablauf, mit dem fest gerechnet werden kann
  • leichterer Einstieg in den Kapitalmarkt
  • festgelegtes Laufzeitende

Das Sparen in ein Kindergirokonto macht Sinn für Taschengeld und kleine Ansparsummen. Wer aber wirklich fürs Kind vorsorgen möchte, sollte unbedingt die anderen Anlageformen berücksichtigen. Denn nur hier könnt ihr das Geld eurer Sprösslinge deutlich vermehren.

Wer sollte der Vertragsinhaber der Geldanlage für Kinder sein?

Grundsätzlich lässt sich hier sagen, dass das Kind als Vertragsinhaber auftauchen sollte. Dadurch werden Unstimmigkeiten und Chaos beim Überblick der verschiedenen Anlagen verhindert. Der größte Vorteil ist aber, dass ihr Steuern sparen könnt. Das geht durch das Stellen eines Freistellungsauftrags im Namen eures Sprösslings.

So werden die Erträge aus der Anlage nicht auf euren eigenen Freistellungsauftrag angerechnet. Ledige, wozu auch eure Kinder gehören, können maximal 801 Euro Erträge im Jahr bekommen und müssen dafür keine Steuer zahlen.

Bei Ehegatten liegt der Betrag bei 1.602 Euro. Manche spezielle Anlageformen können nur von Volljährigen abgeschlossen werden, die hier aber nicht erwähnt wurden. Es gilt immer, dass bei minderjährigen Kinder beide gesetzlichen Vertreter unterschreiben müssen.

Ein anderer Aspekt ist, dass jede Anlage in einer BAföG-Beantragung angegeben werden muss und das zu einer Ablehnung führen kann. Das ist aber abhängig von der Höhe der Einzahlungen.

Welche konkreten Fragen solltest du unbedingt im Beratungsgespräch stellen?

  • Wie flexibel ist das Produkt?
  • Welche Risiken birgt es?
  • Welche Kosten kommen auf euch bei Abschluss und/oder laufend zu?
  • Kann euer Kind auch auf diese Anlageform zugreifen?

Was noch wichtig ist:

Neben dem monatlichen Sparen sollte bei einer Geldanlage für Kinder die Absicherung ebenfalls nicht aus dem Auge verloren werden. Stellt dir mal vor, dass ihr als Hauptverdiener sterbt und die monatlichen Kosten nicht mehr getragen werden können?

Das ist unmöglich und um das Risiko zu minimieren gibt es eine sogenannte Ausbildungsversicherung. Kinder kosten Geld und ein Studium oder eine andere Ausbildung natürlich auch. Hierzu dient die Ausbildungsversicherung. Bei Tod des Hauptverdieners wird die Summe sofort an das Kind ausgezahlt und ansonsten bekommt euer Sprössling das Geld eben bei Ablauf. Dieser ist meist das 18. oder 25. Lebensjahr.

Fazit: Geldanlage für Kinder

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Geld für den Nachwuchs anzulegen. Wichtig ist dabei, dass ihr regelmäßig spart/investiert, also am besten monatlich nach einem vorher festgelegten Plan.

Findet eine gute Mischung aus Risiko und Sicherheit. Gerade bei der ersten Geldanlage für Kinder solltet ihr nicht zu risikoreich vorgehen. Ihr könnt später oder gleichzeitig ein zusätzliches Produkt mit etwas weniger Sicherheit und vermeintlich größerer Rendite wählen, wenn ihr denn wollt.

Vergleicht verschiedene Angebote und informiert euch über die unterschiedlichen Produkte auf dem Markt. Den ersten Schritt hast du mit diesem Artikel schon gemacht. Sammel weitere Infos und mach bei Bedarf einen Beratungstermin bei deiner Bank.

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