Geburtsvorbereitungskurs: Von Mann zu Mann – Mein Erfahrungsbericht

Schatz, ich habe uns beide zum Geburtsvorbereitungskurs angemeldet. Uns beide? Ja, es ist ein Kurs für Paare, du bist ab der dritten Stunde dabei. Ähh, na klar….

Geburtsvorbereitungskurs. War das bislang nicht nur was für Frauen? Das dachte ich jedenfalls. Meine Frau belehrte mich allerdings eines besseren. Ehrlich gesagt, hatte ich mir bis zu diesem Zeitpunkt auch keinen Kopf darüber gemacht.

Versteh mich nicht falsch. Ich freute mich wahnsinnig auf die Geburt, das neue Leben, war für jede Deko-Schandtat in Sachen Kinderzimmer bereit und versuchte, meine Frau in allen Bereichen so gut es ging zu unterstützen.

Hecheln bis der Arzt kommt? Von wegen!

Aber mit zum Geburtsvorbereitungskurs? Ernsthaft. Stuhlkreis, Hechelübungen und vielleicht noch die ein oder andere esoterische Weißheit mit auf den Weg zur Geburt nehmen… Naja, aber aus der Nummer kam ich ja jetzt wohl nicht mehr raus.

Die Begeisterung meiner Frau nach den ersten beiden Stunden steigerte zwar nicht meine Vorfreude auf den Kurs, aber sie machte mich doch neugierig. Eine Woche später war es dann soweit. Die erste Sitzung mit den werdenden Vätern stand auf dem Programm.

Die ersten Eindrücke untermauerten allerdings erst einmal meine Vorurteile. In einem Halbkreis fanden wir uns barfuß auf Fitnessmatten wieder. Dazu hatte jedes Pärchen einen großen Gymnastikball neben sich. Das kann was werden, dachte ich.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurde schnell deutlich, dass ich nicht der einzige war, der so dachte. Im Gegenteil. Bei den teilweise ziemlich lustlos vorgetragenen Beiträgen einiger Väter, konnte man fast meinen, dass sie hierhin geprügelt wurden.

Doch zumindest meine Bedenken wischte unsere Kursleiterin in den nächsten Minuten mit den Worten: „Keine Sorge, das wird hier kein Hechelkurs. Die Einzige, die sich hier zum Affen macht, werde ich sein.“ Bingo. So konnte es weitergehen.

Theorie und Praxis für den Endspurt

Und sie hielt Wort. Wir mussten in den folgenden sechs Wochen nicht hecheln und uns auch keine esoterischen Ratschläge anhören. Stattdessen erfuhren wir wirklich viel über die Geburt, von der richtigen Vorbereitung bis zu den Tagen danach.

Zusätzlich gab es praktische Tipps wie wir Männer unsere Frauen in dieser Zeit unterstützen können. Und hier meine ich nicht nur genug Eis und Schokolade im Haus zu haben. Obwohl das auch ziemlich wichtig ist…

Es ging viel mehr darum, dass wir beide wussten, was auf uns zukam. Wann gehen die Wehen los? Wann sollen wir ins Krankenhaus? Wie läuft eine Geburt normalerweise ab? Was passiert im Kreißsaal? Wie können wir Männer helfen? Was sind unsere Aufgaben?

Wer will schon nur hilflos daneben stehen während seine Frau in den Wehen liegt? Ich nicht und du wahrscheinlich auch nicht. Zugegeben manchmal können wir wirklich nicht viel machen, außer vielleicht aufmunternde Worte zu finden. Aber selbst in solchen Situationen ist es wichtig, diese richtig einordnen zu können.

Vorbereitung ist alles: Kreißsaalbesichtung und Geburtsablauf

Allerdings es blieb nicht bei der Theorie. Wir mussten dann doch ran… Allerdings auf sehr angenehme Weise. Jedes Paar bekam zwei kleine Massagebälle und musste sich gegenseitig den Rücken massieren. Naja zugegeben, die meiste Zeit massierten die Männer ihre Frauen.

Aber zu wissen wie du deine schwangere Frau entstresst, ist mehr wert als jede Massage, die du bekommen kannst. Das kannst du mir glauben. Du investierst praktisch in eine für dich entspanntere Schwangerschaft… jaaa, und natürlich auch für deine Frau.

Du merkst schon. Meine anfänglichen Zweifel verschwanden mit jeder Kursstunde ein Stück mehr. Und auch die anderen Väter merkten, dass sie hier doch nicht ihre Zeit verschwendeten. Spätestens als wir uns den Kreißsaal ansahen und den Geburtsablauf Stück für Stück durchgingen, war ich vollends überzeugt.

Meine Frau und ich hatten zwar schon Kreißsäle bei diversen Infoabenden der umliegenden Krankenhäuser besichtigt, aber natürlich nicht in diesem Rahmen.

Fazit – Geburtsvorbereitungskurs

Heute nach der Geburt meiner Tochter kann ich nur jedem werdenden Vater empfehlen, zusammen mit seiner Partnerin an einem Geburtsvorbereitungskurs teilzunehmen.

Erkundigt euch vorher über entsprechende Angebote in der Nähe, zum Beispiel in Krankenhäusern. Auf den jeweiligen Webseiten findet ihr meistens entsprechende Informationen über spezielle Paarkurse.

Kontaktiert ruhig die entsprechenden Anbieter hinsichtlich Inhalt und Ablauf des Kurses, wenn ihr unsicher seid. Hört euch in eurem Umfeld nach Empfehlungen um.

Das können Familie oder Freundeskreis, aber auch Arbeitskollegen sein. Versucht möglichst viele Informationen über unterschieldiche Kurse und Anbieter zu bekommen. Dann entscheidet euch zusammen für einen Kurs.

Auch wenn du erst einmal kein gutes Gefühl bei der Sache hast, spring über deinen Schatten, es lohnt sich.