Finde dein Traumhaus: Mit diesen Tipps bist du schneller am Ziel

Der Hauskauf: Für viele Familien ist er der Lebenstraum. Ein eigenes Häuschen mit Garten. Keine Miete mehr zahlen, in den eigenen vier Wänden leben, kein Stress mit dem Vermieter. Endlich was Eigenes.

Gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase wagen vor allem junge Familien oft den Schritt ins Eigenheim. Allerdings hat die Medaille auch eine Kehrseite. Der Markt ist besonders in den Ballungsgebieten samt Speckgürteln überhitzt. Hier muss man schnell sein, Beziehungen haben oder mehr als die Mitbewerber bezahlen.

Als wäre das noch nicht genug, kosten die Häuser in diesen Regionen einiges mehr als ihr eigentlicher Verkehrswert. Mehrere 10.000 Euro, wenn nicht sogar 100.000 Euro werden von Verkäufern oft aufgeschlagen. Würde wahrscheinlich jeder so machen bzw. es zumindest probieren. Aber Käufern bringen in diesen Fällen auch die überall hochgelobten niedrigen Zinsen nicht viel.

Die Haussuche gestaltet sich also zusätzlich als sehr schwierig und dauert nicht selten mehrere Monate. Doch wie geht ihr am besten vor? Worauf deine Frau und du bei der Suche achten müsst? Hier bekommt ihr wertvolle Tipps.

Hauskritieren – Was darf es denn sein?

Ganz einfach Frage, oder doch nicht? Einfamilien- oder Zweifamilienhaus, Doppelhaushälfte, Bungalow, Fertigbau, Massivhaus? Freistehend, großes Grundstück oder lieber kleiner Garten, auf dem Land, in der Stadt?

Ihr müsst euch im Klaren sein, was ihr wollt. Welche Ansprüche muss das Haus erfüllen? Setzt euch hin und macht eine Liste. Am besten ihr fangt erst einmal mit der Größe des Hauses und des Grundstücks sowie der grundsätzlichen Ausstattung (z.B. Keller, Garten, Dachboden, Anzahl Bäder) an.

Diese könnte beispielsweise so aussehen:

  • Wohnfläche: 120 bis 150 Quadratmeter
  • Nutzfläche (Keller): 50 bis 100 Quadratmeter
  • Grundstücksfläche: 300 bis 600 Quadratmeter
  • Zimmeranzahl: mindestens 5
  • Badezimmer: 2 wären gut
  • Garten: ja, mindestens 300 Quadratmeter, möglichst uneinsehbar
  • Terrasse: ja
  • Balkon: kein Muss
  • Garage und Stellplatz: beides
  • freistehendes Haus: ja, aber kein Muss
  • Lage: am besten einen großen Suchradius wählen
  • Preis: bis 300.000 Euro
  • Baujahr: ab 1970

Das wäre eine erste grobe Liste mit euren Ansprüchen. Natürlich könnt ihr diese noch beliebig erweitern. Jeder hat eben andere Schwerpunkte. Habt ihr die Übersicht erstellt, schaut sie euch noch einmal genau an und setzt Prioritäten. Auf welche Punkte könntet ihr verzichten oder Abstriche (z.B. bei der Grundstücksgröße) machen? So findet ihr im ersten Schritt heraus, was eure Must Haves sind, also welche Ansprüche, auf die ihr nicht verzichten wollt.

Markt checken – Anspruch und Realität abgleichen

Ihr habt eure Vorgaben zusammen? Dann gebt diese in die Suche der gängigen Immobilienportale im Netz ein. Jetzt könnt ihr eure Wunschvorstellungen mit der Realität abgleichen. Gibt der Markt es her? Wie viele der angebotenen Häuser kommen für euch in Frage? Wenn es einige sind, dann seit ihr auf einem guten Weg. Wenn nicht, müsst ihr vielleicht an euren Vorstellungen was ändern. Reichen vielleicht auch 250 Quadratmeter Grundstück oder könnt ihr an der Lage noch was machen?

Flexibel bleiben – Offen für Alternativen sein

Wir haben es oben schon kurz erwähnt. Viele Ansprüche lassen sich mit der aktuellen Marktlage zu vernünftigen Preisen nicht finanzieren. Überlegt euch daher noch einmal ganz genau, ob ihr vielleicht auf etwas verzichten könnt. Muss das Haus freistehend sein oder kommt im Einzelfall doch eine Doppelhaushälfte in Frage? Kommt ihr eventuell auch mit weniger Wohn- oder Grundstücksfläche aus? Jeder hat natürlich seine berechtigten Ansprüche, aber seid nicht zu festgelegt und bleibt flexibel.

Nur in Immobilienportalen zu stöbern, hilft einem nicht weiter, ihr müsst auf die Piste.

Suchagenten einrichten – Die Masse macht’s

Richtet euch bei möglichst vielen Immobilienportalen Suchagenten ein. So werdet ihr umgehend per Mail oder Push-Nachricht informiert, sobald ein passendes Objekt online ist. Es gibt aber noch mehr Möglichkeiten, nach Häusern zu suchen.

Anzeige schalten – Online und in Zeitungen

Das soll was bringen? Ja, das kann funktionieren. Es gibt Verkäufer, die lieber diesen Weg gehen. Zum einen wollen sie oft keinen Makler einschalten und zum anderen haben viele keine Lust, hunderte Anfragen per Mail oder Telefon zu beantworten. Daher suchen sie selbst nach Interessenten. Die Vorteile für euch liegen auf der Hand. Die Verkäufer kommen auf euch zu, meistens wird ohne Makler verkauft und die Konkurrenz ist nicht so hoch.

Gängige Anzeigenportale sind zum Beispiel:

Aber nicht nur online lohnt sich eine Anzeige. Auch in lokalen Zeitungen kann es sich lohnen, kleine Suchanzeigen zu schalten. Vor allem ältere Menschen bieten hier oft ihre Häuser zum Verkauf an oder stöbern in den Gesuchen nach potenziellen Verkäufern.

Schwarze Bretter – Aushang entwerfen

Schwarze Bretter, z.B. in Supermärkten, sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, nach eurem Traumhaus zu suchen. Entwerft einfach einen entsprechenden Aushang, am besten am Rechner, aber zur Not geht es auch handschriftlich. Macht es den Verkäufern so bequem wie möglich. Die Anzeige muss einfach und auffällig sein. Besonders gut sind zudem Abreißzettel mit euren Kontaktdaten. Interessenten können sich so eure Telefonnummer oder eure Mailadresse schnell mitnehmen. Bedenkt immer: Nicht alle Altersklassen haben ein Smartphone dabei, um eure Anzeige abzufotografieren.

Social Media – Lasst es alle wissen

Teilt der Welt durch entsprechende Postings euer Hausgesuch mit. Ihr könnt auch schnell eure Onlineanzeige verlinken, dann hat euer virtueller Freundeskreis sofort alle Details auf einen Blick. Feuert auf allen Kanälen, die ihr habt. Ob beispielsweise Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest oder auch Xing, lasst alle wissen, dass ihr ein Haus sucht. Achtet bei Karrierenetzwerken aber auf eine „seriösere Ansprache“ als ihr bei privaten Netzwerken benutzt.

Familie, Freunde, Arbeitskollegen

Auch hier gilt: Feuer frei. Sprecht mit allen, die ihr kennt. Lasst alle wissen, dass ihr ein Haus sucht und bittet sie, ggf. die Augen und Ohren für euch aufzuhalten und die Infos weiter zu verbreiten.

Runter von der Couch – Schaut euch Häuser an

Fangt so früh wie möglich an, euch Häuser anzuschauen. Auch wenn Exposé und Eckdaten nicht ganz euren Vorstellungen entsprechen, schaut euch frühzeitig verschiedene Objekte an. So bekommt ihr ein noch besseres Gefühl, wie der Markt tickt, welche Häuser es gibt und wie eine Besichtigung abläuft.

Zusätzlich hilft es euch, zukünftige Objekte besser einzuschätzen und untereinander zu vergleichen. Außerdem ist die erste Besichtigung oft der eigentliche Startschuss bei der Haussuche.

Geht spazieren – Im Ernst!

Was soll das denn bringen? Einiges. Spaziert regelmäßig durch eure bevorzugten Lagen und haltet nach Anzeichen für einen möglich anstehenden Hausverkauf Ausschau. Diese können zum Beispiel sein:

  • leerstehende Objekte
  • Wagen von Maklern oder gar Umzugsfirmen
  • Verkaufs- oder Maklerschilder im Garten oder in den Scheiben
  • große Menge Sperrgut, das am Straßenrand steht und auf Abholung wartet

Versucht mit Anwohnern ins Gespräch zu kommen, aber geht hier nicht zu aggressiv vor. Fallt nicht mit der Tür ins Haus, sondern haltet erst ein wenig Smalltalk, bevor ihr euch nach möglichen Hausverkäufen in der Umgebung erkundigt. Sprecht nur Leute an, die ihr zufällig in ihrem Garten, in der Einfahrt oder beim Gassi gehen trefft. Bitte nicht irgendwo klingeln oder unaufgefordert fremde Grundstücke betreten. Damit macht ihr euch keine Freunde.

Brief- oder Poskarte schreiben

Ihr habt keine Lust auf Smalltalk? Oder ihr wollt nicht fremde Menschen ansprechen? Dann gibt es auch noch einen anderen Weg. Schreibt die Hausbesitzer der Objekte direkt an, die euch ins Auge gefallen sind. Setzt einen Brief auf, in dem ihr euch und eure Familie kurz vorstellt.

Ihr dürft nicht zu „Makler-like“ und auch nicht zu aggressiv sein. Formuliert das Schreiben nicht als typische Anfrage „Ich möchte ihr Haus kaufen.“ Stellt euch vor, ihr schreibt den Brief nur, um einmal Hallo zu sagen und die Eigentümer für ihr Haus zu loben. Ganz unaufdringlich baut ihr dann die Info ein, dass ihr auch auf der Suche nach einem Haus seid.

Wichtig ist bei diesen Schreiben, dass ihr eine Beziehung zu dem Adressaten aufbaut. Hausbesitzer lieben es, wenn jemand ihr Haus, ihren Garten, den Gesamteindruck lobt. Sie fühlen sich geschmeichelt. Viele von ihnen haben viel Arbeit, viel Schweiß und auch viel Herzblut in ihr Zuhause gesteckt.

Hier müsst ihr ansetzen. Lobt zum Beispiel den gepflegten Garten, die saubere Einfahrt oder die schöne Terrasse. Natürlich solltet ihr nicht übertreiben, aber ein wenig Geschmeichel ist unbedingt erlaubt, nein, erwünscht.

Makler einschalten – Teuer, aber hilfreich

Makler kosten viel Geld, ob angemessen oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Sie verfügen aber über ein breites Netzwerk und kommen meistens schneller an freie Häuser als Privatleute. Wenn man Glück hat, kann man sich als Interessent in eine Liste eintragen lassen. Vor allem in Ballungsgebieten hat man allerdings das Gefühl, dass viele Makler diesen Service nur noch formhalber anbieten.

So schnell wie Häuser reinkommen, sind die auch schon wieder weg. Die Karteien sind wahrscheinlich voll mit Interessenten. Trotzdem macht es Sinn, sich bei möglichst vielen Maklern mit den Eckdaten zum gesuchten Objekt einzutragen. Das funktioniert meistens per Mail oder direkt per Online-Formular. Achtet darauf, dass ihr den Makler nicht exklusiv beauftragt. Ihr trag euch lediglich in seine Liste ein.

Banken – Nicht nur für die Finanzierung nützlich

Banken agieren nicht nur als Finanzpartner, sondern verfügen oft auch über eine gute Immobilienauswahl. Einige Banken setzen dabei ein Finanzierungsgespräch bei ihnen voraus. Auf der Suche nach seinem Traumhaus könnt ihr das ruhig auf euch nehmen, selbst wenn ihr nicht bei der Bank finanzieren wollt.

Finanzierungsgespräche solltet ihr ohnehin führen. Nicht nur mit einer Bank, sondern hört euch möglichst viele Angebote an. Das ist zeitraubend und aufwendig, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Verlasst euch nicht nur auf eure Hausbank. Schaut über den Tellerrand. Geht zu anderen Banken, Bausparkassen und auch vor allem zu Finanzierungsvermittlern.

Nur wenn ihr mehrere Gespräche geführt habt, könnt ihr euch einen guten Überblick verschaffen. Ihr müsst für euch die optimalste Lösung finden. Eine Hausfinanzierung muss gut geplant und durchdacht sein.

Die Haussuche ist ein Prozess – Haltet durch

Die wenigstens Familien finden sofort ihre Traumimmobilie. Die Haussuche ist oft ein Prozess, der über Wochen und Monate gehen kann. Ihr werdet dabei ein immer besseres Gefühl für den aktuellen Markt bekommen und eure Wunschvorstellungen entsprechend einschätzen können. In den meisten Fällen benötigt ihr viel Geduld und auch einiges an Nerven. Versucht, die Ruhe zu bewahren, wenn euer Traumhaus auf sich warten lässt.

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